Koppen

Unter Koppen versteht man dass Anspannen der unteren Halsmuskulatur wodurch der Schlundkopf geöffnet wird. Dadurch kommt es zu einer Lufteinströmung in die Speiseröhre welche für das typische „Rülps-Geräusch“ beim Koppen verantwortlich ist. Man unterscheidet Freikopper und Aufsetzkopper. Aufsetzkopper setzen zum Koppen mit den Zähnen auf einem Gegenstand (Krüpfe, Balken, Seil ect.) auf. Freikopper biegen den Kopf Richtung Brust und lssen den Kopf für den Koppvorgang nach vorne schnellen. Durch das Koppen werden bei dem Pferd Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet, welche zur Kompensation für etwas „Fehlendes“ (Artgenossen, Beschäftigung, Verlust eines Kollegen oder der Mutter durch zu frühe Entwöhnung) oder von Stress dienen.  

 Ursachen:

Als Ursachen für das Koppen sieht man Langeweile und es kann auch einen Zusammenhang geben, zwischen zu früher Entwöhnung von der Muttermilch. Da in einzelnen Hengstlinien nachweisbar mehr Kopper auftreten wird auch von einer genetischen Veranlagung ausgegangen. Neuste Studien weisen ausserdem darauf hin, dass Koppen eine Reaktion auf die Entstehung eines Magengeschwüres sein kann. Die Möglichkeit, das Koppen „ansteckend“ sein kann, bzw. dass sich die Pferde das Koppen gegenseitig abschauen, konnte bis anhin weder bestätigt noch dementiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass artgerechte gehaltene, „glückliche“ Pferde nur aus Nachahmungstrieb zu Koppen beginnen ist jedoch gering. Die jedoch aus diesem Glauben resultierende Isolation von Koppern ist eine grosse Grausamkeit gegenüber dem betroffenen Pferd und führt unweigerlich zu einer Verstärkung der Verhaltensstörung.

Gesundheitliche Risiken:

 Die Theorie, dass Koppen zu Koliken führen kann, konnte bis anhin nicht effektiv belegt, jedoch auch nicht dementiert werden. Bei Aufsetzkoppern können ausser dem die oberen Vorderzähne in Mitleidenschaft gezogen werden und es kann auch zu einer stärkeren Ausprägung der Halsmuskulatur kommen. Man geht also nicht von signifikanten Risiken für die Gesundheit des Pferdes aus. Das Vorhandensein eines Magengeschwüres als Ursache für den Beginn des Koppens sollte jedoch abgeklärt werden.

Therapie:

Leider ist es aber so, dass man das Koppen kaum ganz abgewöhnen kann. Man kann lediglich Schadensbegrenzung betreiben und das Koppen soweit wie möglich reduzieren.

Das Wichtigste bei Koppern ist Beschäftigung, Beschäftigung, Beschäftigung. Ausreichend Bewegung und auch intellektuelle Forderung durch lernen von neuen Elementen beim Reiten oder der Bodenarbeit sind wichtig. Diese Forderung sollte jedoch sehr behutsam erfolgen, damit nicht Stress ausgelöst wird. Da sind dann jedoch noch die restlichen Stunden des Tages. Um in diesen der Langeweile entgegen zu wirken sollte ausgiebig sollte die Fütterung mit ausgiebig Rauhfutter erfolgen. Dazu eignen sich vor allem eigens für Kopper entwickelten Heusäcke mit sehr engen Maschen, die das Pferd über längere Zeit beschäftigen, als wenn es nur aus dem Heuhaufen am Boden fressen kann. Da das Koppen auch auf zu frühe Entwöhnung von der Muttermilch zurückgeführt wird, ist es auch sinnvoll, zu versuchen, das Pferd auf trinken aus einem Kälbereimer (mit Nuckel) umzustellen. Das simuliert erstens da trinken an der Zize und sorgt für zusätzliche Beschäftigung. Bitte achten sie anfangs darauf, dass das Pferd auch wirklich genug trinkt, es braucht etwas Zeit, bis es den Trick, so zu trinken draussen hat.

Aufgrund der umstrittenen gesundheitlichen Risiken ist die Kontroverse um den möglichen Einsatz von Koppriemen gross. Koppriemen sind eine Art Halsband, welche direkt hinter dem Kopf sehr eng angelegt werden und so die Anspannung der Halsmuskulatur und dadurch das Koppen verhindern. Einerseits ist dieser natürlich „einengend“ für das Pferd und ausser dem wird dem Kopper so die Möglichkeit zu Kompensation seines Unwohlseins (Stress, Verstimmungen, Verlust) genommen und so verstärkt sich das Unwohlsein. Insbesondere wenn das Anlegen des Koppriemens die einzige Massnahme, ohne Veränderung der Pferdehaltung, gegen das Koppen bleibt. Um die Zähne der Aufsetzkopper zu schonen empfiehlt es sich, Gegenstände, welches das Pferd zum Koppen heranzieht zu entfernen oder mit Kunststoff abzudecken. Dies kann jedoch auch dazu führen, dass aus dem Aufetzkopper ein Freikopper wird. Möglich ist auch eine Operation, welche die zum Koppen notwendige Halsmuskulatur funktionsunfähig macht. Auch das ist jedoch nur eine Bekämpfung der Symtome und man muss dennoch ein Augenmerk auf den Auslöser überhaupt richten.

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